Jagdscheinnkurse – Private Jagdschule oder Jägerschaft, wo liegen die Unterschiede?

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Viele Jagdscheinanwärter stehen zu Beginn vor der Frage, ob sie den Jagdscheinkurs bei einer privaten Jagdschule oder doch in der Jagdschule einer Jägerschaft absolvieren sollten. Wir wollen dir in diesem Artikel dabei helfen, dass du diese Frage für dich selbst beantworten kannst. Zu diesem Zweck haben wir die Eigenschaften sowie Vor- und Nachteile der beiden verschiedenen Arten von Jagdschulen miteinander vergleichen aufgelistet.

Übersicht zu den privaten Jagdschulen

Private Jagdschulen bieten im Vergleich zu Jagdschulen der Jagdverbände bzw. Jägerschaften die größte Flexibilität, was die Einteilung der Unterrichtseinheiten angeht, sowie teils auch besondere Kursformen, wie etwa Einzelunterricht oder Jagdscheinkurse speziell für Frauen.

Da die Kurse in privaten Jagdschulen oftmals kompakter gestaltet sind und teilweise nur wenige Wochen andauern, können pro Jahr mehrere Durchläufe durchgeführt werden, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, einen freien Platz zu erhalten. Die Dauer eines durchschnittlichen Jagdscheinkurses an privaten Jagdschulen beträgt 3-6 Wochen, je nach Jagdschule sind auch andere Zeiträume möglich.

In den meisten Bundesländern gibt es eine verpflichtende Mindestzahl an Unterrichtsstunden, welche an der jeweiligen Jagdschule absolviert werden müssen. Eine kurze Kursdauer bedeutet also nicht, dass du weniger Unterrichtsstunden benötigst oder gar weniger lernen musst als in einem längeren Kurs. Unserer Meinung nach ist sogar das Gegenteil der Fall. Durch die kürzere Dauer des Kurses, musst du die gleiche Menge an Stoff in einer kürzeren Zeit verinnerlichen. Überlege deshalb gut, ob du dem Druck eines kurzen Jagdscheinkurses gewachsen bist oder ob du lieber etwas mehr Zeit einplanen solltest. Grundsätzlich werden in beiden Arten von Jagdschulen die gleichen Inhalte vermittelt, dabei orientiert sich der Unterricht an privaten Jagdschulen allerdings mehr an prüfungsrelevanten Themen und hat oftmals etwas weniger Praxisbezug, dies ist allerdings der kürzeren Dauer der Kurse geschuldet und muss nicht unbedingt ein Nachteil sein. Denn für viele Jagdscheinanwärter steht sowieso zuerst das Bestehen der Prüfung im Vordergrund, das wirkliche Erlernen des Jagdhandwerks beginnt im Nachhinein im Jagdrevier.

Kommen wir nun zu den Kosten, welche für den Vorbereitungskurs an einer privaten Jagdschule anfallen. In der Regel zahlst du bei gewerblichen Anbietern etwas mehr als bei einer Jagdschule, welche von einer Jägerschaft betrieben wird. Das liegt vorwiegend daran, da hier die Dozenten nicht ehrenamtlich arbeiten, sondern auch bezahlt werden müssen. Durchschnittlich kostet ein Jagdscheinkurs bei privaten Jagdschulen zwischen 1.500 und 3.000€. Studenten und Schüler bekommen zudem meist einen kleinen Rabatt gewährt. Für spezielle Kursformen oder Einzelunterricht muss mit weitaus höheren Preisen gerechnet werden. Außerdem solltest du die Kosten für Lehrmaterial, Gehörschutz, Verpflegung, Transport, Prüfungszulassungen oder Übernachtungen mit in den Preis einkalkulieren. Kosten für Leihwaffen, Munition und Schießstandgebühren sind in den meisten Fällen im Preis enthalten.

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Übersichten zu Jagdschulen der Jagdverbände bzw. Jägerschaften

Jagdschule, welche von einer Jägerschaft betrieben werden, haben den Ruf, besonders praxisorientiert zu sein. Da sich die Prüfungsvorbereitung bei diesen Jagdschulen größtenteils über mehrere Monate andauern, gibt es auch mehr Zeit für Reviergänge, das Aufbrechen von Wild und andere praxisnahe Unternehmungen. Zudem stärkt die längere Kursdauer in vielen Fällen auch den Zusammenhalt innerhalb der Lerngemeinschaft, wodurch sich nicht selten wertvolle Kontakte unter den angehenden Jägern knüpfen lassen. Allerdings bieten inzwischen auch einige Jagdschulen der Jägerschaften sogenannte Kompaktkurse an, welche nur wenige Wochen dauern.

Da die meisten Dozenten, welche an Jagdschulen der Jägerschaften lehren, machen dies auf ehrenamtlicher Basis und gehen nebenher ganz normalen Berufen nach. Deswegen finden sich hier nur selten vielfältige Kursangebote. Unter der Woche finden die Kurse in vielen Fällen am Abend statt und an den Wochenenden ganztags.

Durch die ehrenamtliche Arbeit, welche die Dozenten freiwillig in die Jagdschule mit einbringen, können die Kurse günstiger als an privaten Jagdschulen angeboten werden. Die Kosten für einen Jagdscheinkurs an einer Jagdschule der Jägerschaften liegen bei etwa 1.000 bis 1.500€, womit diese auch für Jagdschüler mit kleinerem Geldbeutel interessant sein dürften. Beachte jedoch, dass noch weitere Kosten für Leihwaffen, Munition, Lernunterlagen, Ausrüstung, Verpflegung, Transport oder Prüfungsgebühren mit eingeplant werden müssen.

Fazit

Ob du den Vorbereitungskurs für die Jägerprüfung bei einer Jägerschaft oder einem gewerblichen Anbieter absolvieren möchtest, hängt ganz von dir ab. An privaten Jagdschulen zahlst du meist einen höheren Preis, hast dafür aber die größtmögliche Flexibilität bei der Terminplanung und eine große Auswahl verschiedener Kursangebote. Jagdschulen, welche von einer Jägerschaft betrieben werden, bieten dafür geringer Kosten und viel praxisnahen Unterricht, welcher dir auch später in deinem Jägerleben oft von Nutzen sein wird.

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